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Für eine frühe Ernte

 

Wenn du den Rhabarber, wie im Januar beschrieben, mit einer Schutzdecke versehen hast, kannst du Ende Februar mit dem Vortreiben beginnen. Dazu sind Stalldung, eventuell auch unfertiger Kompost, sowie ein Fass ohne Boden oder eine entsprechende Kiste erforderlich.
Rhabarber verfrühen

 

Die im Dezember oder Januar aufgebrachte Schutzdecke wird vorsichtig von einigen Rhabarberpflanzen. Von ihnen sucht man diejenigen mit den meisten Köpfen heraus und stellt das Fass bzw. die Kiste darüber. Die Außenseite erhält eine etwa 30 Zentimeter starke Packung aus frischem Stalldung. Die Oberseite wird mit einem dichten Sack abgedeckt und ebenfalls mit einer Dungschicht versehen. Diese Schicht kann entfernt werden, sobald die Blattstiele etwa 30 Zentimeter Länge erreicht haben.

 

Den Gemüsegarten vorbereiten

 

Zierkohl

 

Sand- und Lehmböden können durch organisches Material, wie Mulch oder Kompost, verbessern werden, indem du dieses auf der Oberfläche verteilst.

 

Die Erde der Gemüsebeete kann jetzt, wenn schnee- und frostfrei, oberflächlich gelockert werden. Beete, die für Stark- und Mittelzehrer (Kohl, Tomaten, Zucchini, Paprika, Salate, Möhren) vorgesehen sind, erhalten ebenfalls eine Düngung aus organischem Dünger oder Kompost.

 

Ein sorgfältig angefertigter Anbauplan, der die richtige Aufteilung der Gemüsearten nach Fruchtfolge und Erntezeit enthält, hilft Zeit und Geld sparen. Für eine vierköpfige Familie, die das ganze Jahr mit Gemüse versorgt werden soll, rechnet man mit 25 bis 35 Quadratmeter pro Familienmitglied, das sind bis zu 140 Quadratmeter. Die Fläche kann natürlich kleiner sein, wenn nur Kräuter, Tomaten oder Bohnen und Möhren angebaut werden sollen. Dann rechnet man 5 bis 10 Quadratmeter pro Gemüseesser.

 

Beete werden nicht breiter als 1,2 Meter angelegt. So sind sie von beiden Seiten gut zu bearbeiten. Die Wege zwischen den Beeten werden etwa 30 Zentimeter breit angelegt. Als Hilfe habe ich dafür den Stiel einer 30-Zentimeter-Harke auf 1,2 Meter abgesägt.

 

Wer die Anlage eines Hügelbeets im Gemüsegarten vorgesehen hat, sollte jetzt damit beginnen. Es bietet viel Raum um groben Astschnitt unterzubringen.

 

Die Mauern eines Hochbeetes können aus Trockenmauersteinen, alten Klinkern, Rundhölzern, Brettern oder Balken bestehen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Bei einer Neuanlage kann auch ins Hochbeet viel grob zerkleinertes Schnittholz eingearbeitet werden.

 

Unter Glas und Folie

 

Eizzeit

Im zeitigen Frühjahr sind die Bodentemperaturen zum Keimen vieler Gemüsesorten im Freiland nicht optimalen. Abhilfe kann da ein Folientunnel schaffen. Die Montage ist einfach und die Fläche kann in jedem Jahr neu bestimmt werden. Die Frühlingssonne erwärmt den Boden im Folientunnel optimal. Wind und kalte Nächte haben nur wenige Chancen.
Bauanleitung für einen Folientunnel!

 

Die ersten Saaten können schon in den Boden. Unter Glas oder Folie (z.B. Frühbeet) können nun folgende Gemüsearten ausgesät werden: Kohlrabi, Pflücksalat, Radieschen, Saatzwiebeln, Schnittsalat, Sellerie, Sommerlauch und Weißkohl. In der letzten Februarwoche kann dann Blumenkohl und Kopfsalat ausgesät werden.

 

Tomaten und Paprika können jetzt im warmen Gewächshaus angebaut werden, es ist aber viel Wärme und Licht erforderlich.

 

Freilandaussaat

 

***

In günstigen Jahren oder milden Lagen können in Gärten mit durchlässigen Böden ab Ende Februar Erbsen, Spinat, Kerbel, Schnitt- und Wurzelpetersilie, Pastinaken, Zuckerwurzeln [Sium sisarum], Schwarzwurzeln, Haferwurzeln [Tragopogon porifolius], Löffelkraut [Cochlearia officinalis], Kopf- und Schnittsalat, Feldsalat, Melde, Frühmöhren, Gartenkresse, Wirsing, Kohlrabi, Kerbelrüben [Chaerophyllum bulbosum], Mairüben, Dicke Bohnen, Puffbohnen, Zwiebeln, Rettich und Grünkohl ausgesät werden. Diese Aussaat ist für einige Gemüsesorten etwas riskant. Deshalb sollte man die Beete gleich mit Folie oder Vlies abdecken. Wenn du Verluste ausschließen möchtest, solltest du den März als Aussaattermin vorsehen. Gelingt jedoch die Aussaat, gehörst du zu denjenigen, die zuerst ernten.

 

Bei offenem Boden können Ende des Monats Steckzwiebeln, Charlotten und Perlzwiebeln gesteckt werden.

 

Knoblauch kann ebenfalls gesteckt werden, der Spätsommer ist jedoch dafür günstiger, denn die jetzt gepflanzten Knoblauchknollen bleiben kleiner.

 

Ernten im Februar

 

Topinambur

Die Knollen des Topinambur [Helianthus tuberosus] können bei offenem Boden immer noch geerntet und verarbeiten werden. Topinamburknollen enthalten vor allem Fruchtzucker und Mineralstoffe wie Eisen, Silizium und Kalzium. Die Knollen lassen sich ähnlich wie Kartoffeln dünsten oder klein geschnitten roh an Salate geben. Der Geschmack ist leicht nussig.

 

Gemüsesorten wie Rosenkohl und Porree sind in sehr kalten Wintern nicht winterfest. Deshalb sollten sie, wenn noch nicht geschehen, ausgegraben und an einer geschützten Stelle eingeschlagen werden.

 

Gefroren geerntetes Gemüse wird in einem frostfreien, aber kühlen Raum langsam aufgetaut. Besser ist es bei frostfreiem Wetter zu ernten.

 

Geerntet werden können bei offenem Boden immer noch Schwarzwurzeln, Meerrettich, Petersilienwurzeln und Sellerie, sowie die selten angebauten Wurzelgemüse Zuckerwurzeln und Pastinaken.

 

Lagerung von Obst und Gemüse

 

Wie bei den eingewinterten Zierpflanzen sollte auch das Gemüse- und Obstlager regelmäßig in Augenschein genommen werden. Eventuell schadhaftes Obst und Gemüse wird entfernt, bevor sich Schimmel und andere Pilzerkrankungen ausbreiten. Kohlköpfe, Steckrüben, Chinakohl und Wirsing werden auf einem Holzregal gelagert, wobei sich die Köpfe nicht berühren sollten.

 

Sowohl für die Lagerung im Keller, als auch in Frühbeeten oder Erdmieten gilt, dass das Erntegut gut vor Mäusen geschützt werden muss.

 

Zu warme Lagerung kann bei einigen Gemüsearten zu einer Umwandlung von Nitrat in gesundheitsschädliches Nitrit führen. Kühle Lagerung bei ausreichender Sauerstoffversorgung fördert dagegen den Nitratabbau.

 

Gemüse wird nicht mit Obst zusammen gelagert. Die Absonderung des Reifehormons Ethylen (z.B. bei Äpfeln) lässt Gemüse welken.

 

Gehölzschnitt, Veredelung und Pflanzung

 

In der zweiten Monatshälfte, wenn die Temperaturen nicht unter -4°C sinken, ist eine günstige Zeit für den Baumschnitt. Haben Apfel- und Birnenbäume im vergangenem Jahr viel Holz getrieben und wenig Früchte getragen, werden sie erst im März bzw. Anfang April (aber vor der Blüte) geschnitten. Der Grund für die unterschiedlichen Schnitttermine liegt in der zum Frühjahr zunehmenden Anreicherung von Bildungsstoffen in den Trieben. Werden die Triebe früh geschnitten, gehen relativ wenige Stoffe verloren. Erfolgt der Gehölzschnitt spät, gehen dem Gehölz mehr Aufbaustoffe verloren und der Zuwachs verringert sich.

 

 

Um unnötige Verletzungen zu vermeiden wird eine scharfe Gartenschere verwendet.
Viele Tipps zum Obstbaumschnitt, auch zum Verjüngungsschnitt!

 

Älterer Obstgehölze können ebenfalls ausgelichtet werden. Wenn diese Gehölze zwar reich tragen aber die Früchte relativ klein bleiben, sollte man sie verjüngen. Dazu wird nach einem gründlichen Auslichten die gesamte Krone um gut ein Drittel zurückgesetzt. In Verbindung mit einer Düngung kommt es im Frühjahr zu kräftigem Neuaustrieb und später zur Ausbildung wesentlich größerer Früchte.

 

Von Kernobst-Gehölzen lassen sich weiterhin Edelreiser schneiden, die bis zur Veredelung im Frühjahr in Sand eingeschlagen und kühl gelagert werden.

 

Ende Februar ist der Zeitpunkt gekommen um Steinobst, wie Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen, zu veredeln.

 

Okkulationen des Vorjahres (Sommerveredlungen) werden jetzt auf Zapfen geschnitten, d.h. der Spross der Unterlage wird abgeworfen.

 

Der Spalierwein wird ausgelichtet, dabei werden Triebe im Abstand von ca. 20 cm stehen gelassen.

 

Johannisbeeren und Stachelbeeren gehören zu den unempfindlichen Beerensträuchern, die noch bis Mitte Februar zurück geschnitten werden können. Dafür entfernt man die 3- bis 4-jährigen Triebe. Ich ziehe jedoch den Sommerschnitt vor.

 

Auch die 3 bis 4-jährigen Triebe der Kiwi werden jetzt entfernt. Die Seitentriebe kürzt man auf 3 bis 5 Augen (Knospen).

 

Den Boden um die Obstgehölze verbessere ich, indem ich ihn mit Stallmist, Torfstreu oder Kompost abgedeckt habe.

 

Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, beginnt wieder die Pflanzzeit für Obstgehölze.
Gehölze Pflanzen!

 

Pflanzenschutz und Düngung

 

Um die Knospen des Beerenobstes zu schonen sollte den Vögeln stets eine, mit frischem Wasser gefüllte, Vogeltränke angeboten werden. In diesem manchmal trockenen Monat versuchen sie sonst ihren Durst an den prallen Knospen der Beerensträucher zu stillen.

 

Wer seine Bäume gegen Krankheiten und Schädlinge mit Spritzmitteln schützen möchte, hat jetzt die Gelegenheit zur Winterspritzung.

 

Die Kräuselkrankheit an Pfirsichen muss vor dem Schwellen der Knospen bekämpft werden. Der auslösende Pilz sitzt auf den Trieben und Knospenschuppen.

 

Monilia

 

Die letzten von Monilia befallenen "Fruchtmumien" an Pflaume, Kirsche, Apfel oder Birne sollten noch aus dem Garten entfernt werden, bevor im Frühjahr die jungen Früchte angesteckt werden.

 

Damit sonnenexponierte Bäume keine Frostschäden durch den Unterschied zwischen Nachtemperatur und Sonnenwärme erleiden, können die Stämme weiß gekalkt werden. Anstrichmittel können aus dem Fachhandel bezogen werden.

 

Achte, bei vor längerer Zeit gepflanzten Gehölzen, auf die Anbindstellen. Vergessene Stricke und Knoten würgen den Baum. Zu enge Stricke werden gelockert und wenn nötig neu gebunden. Ideal ist Kokosstrick oder spezielle Bindegurte.

 

Die ungewöhnlich aufgeblasenen Knospen an Johannisbeeren sind der Überwinterungsort von Gallmilben. Die Knospen sollten heraus gebrochen werden. Sind ganze Triebe befallen, werden diese ausgeschnitten.

 

Wenn der Birnenbaum im letzten Jahr unter Birnengitterrost litt (orangebraune Flecken auf den Blättern) sollten Sie in Ihrem Garten und dessen Umgebung nach einem Wacholder Umschau halten, an dessen Stamm eine hellbraune Geleemasse zu erkennen ist. Dieser Wacholder ist das Winterquartier des Pilzes. Birnengitterrost, Wacholderarten und Wirtsverhalten!

 

Die dicken Wurzeln der Obstbäume in Stammnähe dienen vor allem dazu, den Baum zu verankern. Die feinen Baumwurzeln dagegen nehmen Nährstoffe auf. Will man die Obstbäume richtig düngen, sollte man deshalb vor allem diese Wurzeln versorgen. Die Feinwurzeln befinden sich hauptsächlich unter den Kronenrändern. Hier gräbt man einen kreisförmigen, 15 bis 20 cm tiefen Graben oder bohrt mehrere Bodenlöcher rund um den Baum. Diese Gräben oder Löcher werden mit reifem Kompost, gemischt mit mineralischen oder organischen Düngern, gefüllt. Dann deckt man das Ganze mit einer Schicht Mulch ab. So geschützt, können die Nährstoffe durch die Einwirkung von Wasser und Bodenlebewesen bis zum Wachstumsstart im Frühjahr aufgeschlossen werden. Wer sich nicht so viel Arbeit machen möchte, verteilt reifer Kompost auf der Baumscheibe und deckt diesen mit einer dicken Mulchschicht ab.

 

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